Ein leerer Raum zeigt viel – und manchmal doch zu wenig
Leere Räume haben einen Vorteil: Nichts lenkt von der Immobilie ab. Gleichzeitig fällt es vielen Kaufinteressenten schwer, sich vorzustellen, wie ein solcher Raum später tatsächlich genutzt werden könnte.
Passt hier ein großer Esstisch hin?
Wie wirkt das Wohnzimmer mit Sofa und Sesseln?
Ist im Schlafzimmer neben einem Doppelbett noch ausreichend Platz für einen Schrank?
Genau hier kann virtuelles Home Staging helfen.
Dabei geht es für uns nicht darum, eine Immobilie schöner erscheinen zu lassen, als sie tatsächlich ist. Eine Visualisierung kann vielmehr eine Idee vermitteln:
So könnte dieser Raum einmal aussehen.
Was ist virtuelles Home Staging?
Beim klassischen Home Staging werden Räume tatsächlich eingerichtet oder vorhandene Möbel, Dekorationen und Accessoires neu arrangiert.
Beim virtuellen Home Staging geschieht die Gestaltung digital.
Ausgangspunkt ist beispielsweise das Foto eines leeren Raumes. In dieses Bild können anschließend Möbel, Leuchten, Teppiche, Pflanzen oder andere Einrichtungsgegenstände eingefügt werden.
So entsteht eine mögliche Wohnsituation, ohne dass Sofa, Esstisch und Schrank tatsächlich in die Immobilie transportiert werden müssen.
Heute gehen die Möglichkeiten noch weiter. Auch ein renovierungsbedürftiger Raum kann beispielsweise visualisiert werden, um zu zeigen, welche Wirkung eine andere Wandgestaltung, ein neuer Boden oder eine zeitgemäße Einrichtung haben könnte.
Entscheidend ist dabei für uns ein Wort:
könnte.
Denn eine Visualisierung zeigt eine Möglichkeit – nicht den tatsächlichen Zustand der Immobilie.
Wann ist virtuelles Home Staging sinnvoll?
Besonders hilfreich kann eine Visualisierung bei leerstehenden Immobilien sein.
Ein leerer Raum wirkt auf Fotos häufig kleiner oder seine Proportionen sind schwer einzuschätzen. Möbel geben dem Auge Orientierung. Ein Sofa, ein Bett oder ein Esstisch können helfen, Größenverhältnisse verständlicher zu machen.
Auch bei älteren oder renovierungsbedürftigen Immobilien kann eine Visualisierung sinnvoll sein.
Nicht jeder Interessent kann beim Blick auf einen Raum mit älteren Bodenbelägen, dunklen Farben oder einer Einrichtung aus vergangenen Jahrzehnten sofort erkennen, welches Potenzial darin steckt.
Eine behutsame Visualisierung kann dann eine mögliche Antwort auf die Frage geben:
Was könnte man daraus machen?
Nicht jede Immobilie braucht virtuelles Home Staging
Wir halten wenig davon, jede Immobilie grundsätzlich virtuell einzurichten.
Ist ein Haus oder eine Wohnung bereits ansprechend möbliert, hell und übersichtlich, gibt es häufig überhaupt keinen Grund dafür.
Dann sind gute Immobilienfotos die bessere Lösung.
Auch ein leerer Raum muss nicht automatisch digital möbliert werden. Manchmal erzählt gerade seine Klarheit viel über Größe, Licht und Architektur.
Deshalb entscheiden wir nicht nach Schema.
Wir schauen uns die Immobilie an und überlegen, welche Form der Präsentation zu genau diesem Objekt passt.
Unsere Praxis: erst die Immobilie, dann die Inszenierung
Bevor wir fotografieren, geht es zunächst um etwas ganz Einfaches: eine angenehme Grundordnung.
In einem bewohnten Haus müssen dafür nicht sämtliche persönlichen Dinge verschwinden. Es soll auch anschließend noch wie ein Zuhause aussehen.
Für die Aufnahme selbst räumen wir allerdings manchmal Kleinigkeiten vorübergehend aus dem Bild: Ladekabel, Fernbedienungen, Flaschen im Badezimmer oder Dinge auf Arbeitsflächen, die ein Foto unnötig unruhig machen.
Danach dürfen sie wieder zurück.
Denn auch die beste digitale Bearbeitung ersetzt nicht die Überlegung, wie eine Immobilie fotografiert und präsentiert werden soll.
Eine Visualisierung kommt für uns erst dann ins Spiel, wenn sie dem Betrachter tatsächlich einen zusätzlichen Nutzen bietet.
Die Grenze: Visualisieren ja – vortäuschen nein
Virtuelles Home Staging muss sich nicht auf ein Sofa in einem leeren Wohnzimmer beschränken.
Je nach Immobilie können Visualisierungen beispielsweise zeigen, wie
- ein leerer Wohnbereich eingerichtet werden könnte,
- ein älteres Zimmer mit einer zeitgemäßen Einrichtung wirken könnte,
- eine Terrasse als Aufenthaltsbereich genutzt werden könnte,
- ein Garten mit Sitzplatz, Bepflanzung oder Hochbeeten wirken könnte,
- oder ein Raum nach einer möglichen Modernisierung aussehen könnte.
Gerade bei Immobilien, bei denen Interessenten etwas Vorstellungskraft benötigen, können solche Bilder eine wertvolle Ergänzung zu den realen Aufnahmen sein.
Aber sie bleiben eine Ergänzung.
Die tatsächlichen Fotos der Immobilie gehören für uns immer dazu.
Unsere Praxis: erst die Immobilie, dann die Inszenierung
Dieser Punkt ist uns besonders wichtig.
Virtuelles Home Staging darf Möglichkeiten zeigen. Es sollte aber nicht dazu verwendet werden, Eigenschaften einer Immobilie vorzutäuschen, die tatsächlich nicht vorhanden sind.
Aus einem kleinen Fenster wird kein bodentiefes Panoramafenster.
Eine störende Bebauung in der Nachbarschaft verschwindet nicht einfach.
Ein vorhandener Baum, ein Mobilfunkmast oder andere relevante Gegebenheiten werden nicht weggezaubert, nur weil das Bild anschließend schöner wäre.
Und aus einem renovierungsbedürftigen Raum wird nicht kommentarlos ein vermeintlich bereits modernisiertes Wohnzimmer.
Die Grenze verläuft dort, wo aus einer nachvollziehbaren Gestaltungsidee ein falscher Eindruck vom tatsächlichen Zustand entsteht.
Transparenz gehört dazu
Wenn wir eine Immobilie virtuell einrichten oder eine mögliche Gestaltung zeigen, sollte der Betrachter erkennen können, dass es sich um eine Visualisierung handelt.
Wir kennzeichnen solche Bilder deshalb entsprechend, beispielsweise mit:
„Home-Staging-Visualisierung“
oder
„Visualisierung – mögliche Gestaltung“.
Das ist für uns kein Nachteil.
Im Gegenteil: Der Interessent sieht den tatsächlichen Zustand und bekommt zusätzlich eine Idee, welches Potenzial in der Immobilie stecken könnte.
Gerade diese Gegenüberstellung kann ausgesprochen hilfreich sein.
UNSERE EINSCHÄTZUNG
Virtuelles Home Staging ist für uns kein Instrument, mit dem eine Immobilie möglichst spektakulär aussehen soll.
Es ist ein Werkzeug.
Und wie bei jedem Werkzeug kommt es darauf an, wann und wie man es einsetzt.
Gute Visualisierungen können Vorstellungskraft unterstützen, Raumproportionen verständlicher machen und Ideen für eine mögliche Nutzung vermitteln.
Sie können aber keine gute Immobilienfotografie ersetzen. Und sie sollten erst recht nicht dazu dienen, Schwächen oder tatsächliche Gegebenheiten einer Immobilie zu verschleiern.
Unser Anspruch ist deshalb:
Wir zeigen die Immobilie, wie sie ist – und dort, wo es sinnvoll ist, zusätzlich, was aus ihr werden könnte.